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Regio 2017

2017-04-28 – 2017-04-29

Regio 2017

Das Motto der Regio lautete: Arbeit sichern, Fähigkeiten steigern, Möglichkeiten schaffen"

 

 

Die Dokumentation der Regio kann hier bald abgerufen werden:

Dokumentation Regio 2017  

(Wir bitten noch etwas um Geduld bis die Dokumente online gestellt sind.)

Grußwort des Minister für Soziales und Integration

Schriftliches Grußwort
anlässlich der REGIO 2017
am 28. und 29. April 2017 in Stuttgart


Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wie können wir es gemeinsam erreichen, dass Menschen mit psychischen Störungen ohne Einschränkungen einer erfüllenden Arbeit nachgehen können, die ihren Fähigkeiten und ihrem Leistungsvermögen entspricht? Wie können wir es ihnen durch individuelle Hilfe ermöglichen, dass sie so leben können wie Menschen, die nicht an einer psychischen Störung leiden?

Die heutige gemeinsame Jahrestagung des Landesverbandes Gemeindepsychiatrie Baden-Württemberg und des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener greift diese Fragen auf. Das Motto „Arbeit sichern, Fähigkeiten steigern, Möglichkeiten schaffen“ verspricht anregende Vorträge und Diskussionen.

„Die erreichte Lebensqualität psychisch kranker Menschen bemisst sich daran, wie gut es gelingt, eine möglichst umfassende gesellschaftliche Teilhabe zu erschließen“ – so heißt es in der Einladung zur heutigen Veranstaltung – und so lautet das Ziel all derer, die an der psychiatrischen Versorgung beteiligt sind. Teilhabe bedeutet, dass Menschen mit psychischen Leiden gleichberechtigt mit anderen wirksam, umfassend und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ohne dass sie Benachteiligungen ausgesetzt sind.

Ein wichtiger Bereich der gesellschaftlichen Teilhabe, mit dem Sie sich heute näher befassen werden, ist der Arbeitsmarkt. Nach wie vor sind psychisch erkrankte Menschen hier deutlich unterrepräsentiert oder werden gar ganz ausgegrenzt.

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist da ein Schritt in die richtige Richtung. Es enthält gute Ansätze, die sich vom bisherigen, überkommenden Fürsorgeprinzip lösen und – orientiert an der UN-Behindertenrechtskonvention – die Teilhabe stärker in den Vordergrund rücken. Für die Teilhabe am Arbeitsleben sei hier beispielhaft das Budget für Arbeit genannt, das den Übergang von der Werkstatt für behinderte Menschen zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verbessern soll. Trotz der aus unserer Sicht guten Impulse gibt es beim BTHG aber auch Verbesserungsbedarf, den wir nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Einen anderen wichtigen Bereich für eine gleichberechtigte Teilhabe stellen die Hilfeangebote vor Ort dar. Hier setzen das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) und der Landespsychiatrieplan, den wir gerade in einem umfassenden Beteiligungsprozess neu erarbeiten, wesentliche Impuse.

So sind inzwischen fast in allen Stadt- und Landkreisen Informations-, Beratungs- und Beschwerdestellen (IBB-Stellen) neu eingerichtet worden, die wichtige und niederschwellige Anlaufstellen für Betroffene und deren Angehörige darstellen. Sie vermitteln zwischen psychiatrischen Einrichtungen und Betroffenen, geben allgemeine Informationen über wohnortnahe Hilfe- und Unterstützungsangebote und nehmen Anregungen und Beschwerden entgegen. Gleiches gilt für die Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher, die Mitglieder der IBB-Stellen sind. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand der IBB-Stellen werden Sie sich im Rahmen dieser Tagung noch näher befassen.

Auch die sozialpsychiatrischen Dienste, die mit dem Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz erstmals eine gesetzliche Grundlage erhalten und sich zwingend in einen Gemeindepsychiatrischen Verbund einfügen müssen, um eine finanzielle Förderung zu erhalten, sind wesentlicher Bestandteil einer wohnortnahen und niederschwelligen psychiatrischen Versorgung.

Das Thema „Hometreatment“ darf in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Das Ministerium für Soziales und Integration hat sich sehr dafür eingesetzt, dass es jetzt ein entsprechendes Modellprojekt am Klinikum Heidenheim gibt. Hier wird erprobt, inwieweit eine psychiatrische Behandlung von Menschen in ihrem gewohnten Lebensumfeld funktionieren kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass die psychiatrische Behandlung zuhause zu weniger Behandlungsabbrüchen und zufriedeneren Patientinnen, Patienten und Angehörigen führt. Darüber hinaus können möglicherweise sogar Kosten gegenüber der stationären Behandlung in der Klinik eingespart werden.

Bei all diesen Themen, die uns derzeit beschäftigen, sind der Landesverband Gemeindepsychiatrie und der Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen für uns kompetente und wichtige Ansprechpartner. Denn durch Ihre Expertise und Ihr Engagement bringen Sie die für unsere Arbeit so wichtigen Aspekte der Betroffenen und der Kommunen in die Diskussionen mit ein. Für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Ihnen bedanken!

Ich wünsche Ihnen nun eine erfolgreiche Tagung mit vielen neuen Impulsen und Erkenntnissen für Ihre weitere Arbeit.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Manne Lucha
Minister für Soziales und Integration

Ort: Büchsenstraße 37 70174 Stuttgart

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